Novemberstille-Galerie im November-Fotografie Silvia Bürger

Novemberstille

Galerie im November –  Novemberstille


Der Monat November ist angebrochen. Es ist mein Monat, ich bin ein Novemberkind, denn in diesen Wochen bin ich geboren.
In einem Monat der düster ist und grau. In dem die Farben vom bunten Herbst, mehr und mehr verblassen. Ein Monat der feuchte Kälte bringt und ersten Frost. Er ist nass, kalt und trübe, und keiner mag ihn.
Im November verklingt das heitere Lachen der Kinder in den geblümten Gärten und auch auf den, sonst so lauten Straßen wird es immer stiller. Die frühe Dunkelheit schluckt die Geräusche, man verbringt nicht mehr viele Aktivitäten da draußen.
Man beobachtet, geschützt das Treiben immer mehr von der Fensterbank aus. Der November ist unangenehm, er ist nass, kalt und trübe, und keiner mag ihn. Und er ist still-novemberstill.

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Was ist eigentlich diese Stille? Was heißt es ganz still zu sein?  „Sei doch endlich mal still !“ Jeder kennt bestimmt diesen immer genervten Ausspruch aus Kindertagen und ich fand das immer doof.  Ist Stille wirklich nur Schweigen ? Ist es nur die reine Abwesenheit von akustischen Geräuschen und Signalen?
Für viele von uns ist Stille heute unerträglich, kaum noch vorstellbar. Stille wird als unangenehm empfunden, als Stillstand, als negativ und als vertane Zeit. Dabei ist Stille so wichtig für uns Menschen. Wir brauchen sie so dringend und können in ihr gewinnen.

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Der chinesischer Philosoph Laotse schrieb weit vor unserer  „Die größte Offenbarung, ist die Stille.“  Heute kann ich ihn verstehen, diesen Satz, das war nicht immer so.  Aber wer einmal , wie ich, gelernt hat, ganz bewußt still zu sein, Stille zu hören und zu sehen, dem wird sich ein neue, eine wunderbare Welt öffnen. Für mich ist Stille auch immer ein Akt von Achstamkeit. Der November bietet uns diese Möglichkeit der achtsamen Stille, weil er den Lauf der Natur verlangsamt, die berauschenden Farben verschwinden lässt und uns damit zwingt achtsamer zu werden, wenn  wir Schönes entdecken wollen. Ein letztes buntes Herbstblatt auf einem verwittertem Stein, verdorrte Blütenzweige im schwachen Tageslichtgefunkel. Es sind nur noch wenige, ganz kleinen Dinge, reduziert auf Form und Struktur, die bleiben. Nichts ist mehr im Überfluss da, was unser übersättigtes Auge ablenkt oder zerstreut.  Wenn wir still sind, können wir achtsamer sehen und wahrnehmen. Wir können leichter aufatmen, in Zeit und Raum.

Novemberstille-Galerie im November-Fotografie Silvia Bürger-Bild 4

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Wenn du einmal gehört hast, wirklich gehört hast, wie der Nebel lautlos über die Felder streift.  Wenn du einmal bewusst wahrgenommen hast, wie er sich herabsenkt, sich wie nasse Seide auf noch grünes Gras legt und es zärtlich bedeckt. Wenn du beobachtet hast, wie sich tausend winzige Tropfen in einem Spinnennetz sammeln und sich an dem Gespinnst und aneinander festhalten, obwohl der kalte Wind sie hin und her schaukelt. Wenn du ausharrst, bis die Tröpfchen irgendwann seufzend herabgleiten, dann warst du still. Dann bist warst du tatsächlich still.
Und glaube mir, es ist wundervoll. Versuch es einfach einmal.

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Denn dann bist du Laotse`s Offenbarung sehr nahe und du wirst immer mehr von diesen stillen Momenten erleben wollen, weil du Glück und Zufriedenheit spürst. Eine Zufriedenheit, die nicht durch den Besitz der Dinge kommt, sondern durch deren reine Beobachtung.  Weil du plötzlich erkennst, das du dadurch schöpfen kannst, aus dieser Stille. Kraft und Mut, denn die Natur macht es dir vor. Sie sammelt sich in dieser Stille, sie atmet auf. Tu es ihr gleich, komm zur Ruhe, sei still und schöpfe, für ein paar Augenblicke, ein paar Minuten oder mehr. 

Ich wünsche dir, das du in meinem Bildern der Stille, etwas Offenbarung und Zufreidenheit findest und du für diese wenigen Aufgenblicke des Betrachtens aufatmen kannst.

Der November ist unangenehm, er ist nass, kalt und trübe, und ich mag ihn.  Es ist mein Monat.

Ich wünsche euch was…
mit lieben Grüßen und dem verzauberten Spiegelbild eines einfachen Seils, einfach an einem See 😉

silvia bürger-fotografie

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