Rückblick 2018-Fotografie Silvia Bürger

Hallo neues Jahr

Das neue Jahr ist wie ein leeres Buch, das vor uns liegt, und es liegt an uns, ein schönes Buch zu schreiben.
Pater Nawa

Nun ist das neue Jahr schon ein paar Tage alt und um diese neuen, 365 leeren Buchseiten zu füllen, muss ich erst mein altes Buch noch schließen.

Immer wenn ich über ein vergangenes Jahr nachdenke, habe ich den Eindruck, das nicht viel passiert ist, doch wie immer täuscht dieser erste Eindruck. Je länger ich dann über das Geschehene nachdenke, um so klarer wird mir, was sich alles bewegt hat. Das Jahr 2018 war ziemlich bunt und sehr vielfältig, denn ich habe mich in viele unbekannte Bereiche gewagt. 

Rückblick 2018-Fotografie Silvia Bürger b10

Die ersten Gedanken, die ich zu diesem Jahresrückblick auf einem Zettel sammle, betreffen größtenteils meine gewerblichen Aktivitäten und sehen auf den ersten Blick sehr übersichtlich aus.

  • 6 Holzbilderverkaufsmärkte in Endschütz und Korbußen
  • 1 Hochzeitsmesse mit Holzbildern in Nickelsdorf
  • 2 Hochzeiten in Leipzig und Droyßig
  • 2 x Babyshooting in Chemnitz und Leipzig
  • 1 Familienshooting in Tannenfeld
  • 1x Mutter & Sohn-Shooting in Heuckewalde
  • 6 Fotogeschichten

Da war doch noch mehr? Das letzte Jahr hat mich schließlich bis kurz vor Weihnachten in Atem gehalten? Und während ich beim Überlegen wirre Kritzeleien an den Rand meines Zettels male, kommt mir so manches Erlebnis zurück.

Zum Beispiel, das ich bei einem Paarshooting selbst einmal vor einer Kamera gestanden habe. Das war eine ganz besondere, einzigartige Erfahrung für mich und ich danke heute noch der Fotografin Alice Koch für diesen wunderschönen Nachmittag und ihr Einfühlungsvermögen. Schnell hat sie meine Bedenken zerstreut und mir die anfängliche Scheu genommen. Diese Stunden in einem Park in Tannroda haben mich mit vielen Inspirationen erfüllt und gaben mir Mut für meine eigenen Vorhaben.

Und wer mag, findet hier alle Fotos von diesem Shooting>>>

Jahresrückblick-Silvia Bürger-Fotografie
Dann fällt mir das Hochzeitsshooting in Leipzig wieder ein. Wie konnte ich DAS vergessen!? Es war Mitte März und die ersten wärmeren Tagen ließen uns schon auf Frühling hoffen. Doch am schönsten Tag eines jeden Paares, überraschte uns das Wetter mit Eis und Schnee. Auf alles war ich vorbereitet….auf Schneeflocken im Brautkranz allerdings nicht. Diese Hochzeit wurde damit auch mein absolut schnellstes Fotoshooting. Ich hatte keine 10 Minuten um das junge Glück und die Hochzeitsgesellschaft, in einem kleinen Park im Stadtzentrum, zu fotografieren. Danach floh alles förmlich zurück in die Wärme, zurück zum Standesamt oder in die warmen Autos, die zur Feier ins Restaurant fuhren.

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Ich notiere einen weiteren Stichpunkt auf meinem Zettel. –Light Painting.

Das Thema der Lichtmalerei oder korrekt Light Painting, kam durch unsere Fotogruppe, die „Bieblacher Fotofreunde“ auf den Plan. Angeregt durch die Erfahrung eines Mitglieds, machten wir uns Anfang des Jahres alle gemeinsam an die Umsetzung zur Lichtmalerei. Es wurde eine Herausforderung der besonderen Art, weil es ganzen Körpereinsatz forderte. Oder lasst es mich besser formulieren, der ganze Körper muss DIESES Fotografieren aushalten können. Mit Licht malen kann man nämlich nur, wenn es dunkel ist. Das wird es im Winter zum Glück sehr frühzeitig, es hat nur den kleinen Nachteil, das es im Winter auch sehr kalt ist. 

Lightpainting-Fotofreunde Bieblach b2

Und so sieht das aus, wenn ein paar verrückte Fotofreunde im Januar bei minus 10 Grad auf den Einbruch der Dunkelheit warten. Eingemummelt in Mütze, Schal und dicke Handschuhe geht es auf zu ersten Übungen des Light Paintings in den Köstritzer Schlosspark.  Mit unseren selbstgebastelten Lichtschwertern und anderen dubiosen Installationen versuchten wir dort die weithin bekannte “ Weiße Frau“ in ihrem Pavillon zu verzaubern.

Lightpainting-Fotofreunde Bieblach b2Foto: M.Rentsch

Doch bis im Park erste vorzeigbare Ergebnisse zustande kamen, musste ich als Testperson VOR die Kamera. Da steht man im Dunkeln, ist blind vor Licht und alle Fotografen schimpfen vor sich hin. Ich höre nur Bruchstücke wie : „Ey, meine Cam hat keinen Pulp !“ oder : “ Kann mal einer in meinen Rucksack leuchten. Ich finde meinen Fernauslöser nicht? “ und ich…ich bekomme langsam Eisfüße. Ihr müsst euch das so vorstellen, es ist stockfinster und ihr fokussiert etwas, das ihr ohne Licht nicht seht. Total spannend. Denn das Licht zum Malen, kommt erst im Moment der Aufnahme ins Spiel. 

Und da das Ganze nicht ganz einfach ist, wie ihr sicher bemerkt habt, hatten wir uns in Sachen Lightpainting einen Profi mit ins Boot genommen, den Köstritzer Fotografen Matthias Hellebrandt. Mit seiner Hilfe gelang uns dann auch der erste Zauber um die „Weiße Frau“.  Wir waren am Ende alle total durchgefroren, die Finger steif und so mancher spürte auch keine Zehen mehr in den dicken Winterstiefeln, aber wir waren sehr glücklich. Und wenn ich mich nun auch nicht zum Lightpainter aus Leidenschaft entwickeln werde, so war es doch eine interessante Erfahrung auf diese andere Art zu fotografieren. 

Lightpainting-Fotofreunde Bieblach

An den Tagen, an denen wir nicht unterwegs waren um bei Lichtmalerei der eisigen Kälte zu trotzen, habe ich mich viel mit meinem neuen Lieblingsthema, der Foodfotografie beschäftigt. Es entstanden viele schöne Bilder, die später dann als Holz- und Acrylbilder mit auf den Märkten waren. Foodfotografie ist auch nicht so leicht, wie es aussieht, aber funktioniert wenigstens im warmen Wohnzimmer.

Hier findet ihr mehr Foodfotografie von mir.>>>

Holzbilder-Geschenkidee-Fotografie Silvia Bürger-Bild 15

Und als die Tage wieder länger wurden und die Zeiten für Lichtmalerei immer mehr in die Nacht rutschten,  habe ich es im Frühsommer geschafft eine neue Holzkiste zu kreieren. Das lag mir besonders am Herzen, denn diese Idee schlummerte schon lange in mir, wie noch so viele andere Holzkistenideen und ich hoffe sehr, das ich im neuen Jahr ein paar davon umsetzten kann. In meinem Garten steht die praktische Kiste in Musestunden immer neben mir und hält alles griffbereit, was ich zum Entspannen brauche. Wäre das nicht auch eine Idee für euch?

Individuelle Holzkisten-Fotografie Silvia Bürger Bild 2

Meine Auflistung der Stichpunkte für 2018 wird langsam immer länger. Es werden doch mehr Seiten im alten Jahrbuch als gedacht. Denn auch der Sommer hielt noch einiges für mich bereit und damit meine ich nicht nur den schönen Nordseeurlaub und die Dinge, die ein Garten eben so mit sich bringt.

Mit meinen „Bieblacher Fotofreunden“ war ich an zwei Ausstellungen beteiligt. Ein Stadtteil Geras, der Bieblacher Hang, feierte sein 60 jähriges Bestehen. Dazu gestalteten wir als Fotogruppe eine Ausstellung mit Fotografien und Texten in den Räumen der Begegnungstätte Bieblach. 

Es kamen viele Besucher zur großen feierlichen Ausstellungseröffnung. Die Resonanz war durchweg positiv, auch in der lokalen Presse. Das hat uns mit Stolz erfüllt, denn die Vorbereitungen waren langwierig und anstrengend. Über viele Wochen hinweg, wurden langjährige Bewohner des Stadtteils porträtiert und interviewt. Das war Neuland für uns alle.

Foto: M.Rentsch

Bei der zweiten Ausstellungseröffnung waren wir nicht vor Ort. Es war eine Fotopräsentation mitten in der russischen Stadt Rostow am Don. Über einen befreundeten Fotografen erhielten wir den Hinweis, das die Partnerstadt Rostow Fotos von Gera sucht. Es wurden Mailadressen getauscht und viel telefoniert und so kam die Ausstellung in der Ferne schnell ins Rollen.Nach guter Überlegung und gezielter Auswahl der passenden Stadtansichten,übermittelten wir unsere Fotografien digital nach Rostow. Die Präsentation selbst wurde von der Stadtverwaltung organisiert. Unsere Fotos derart auf der Straße zu sehen ist ungewöhnlich, muss ich zugeben, aber laut der örtlichen Pressemitteilung fand die Ausstellung regen Zuspruch.

Fotoausstellung Rostow am Don

Es war schon sehr ungewöhnlich für uns, unsere Fotos einfach so per Mausklick zu versenden, ohne zu wissen, was passiert mit den Dateien. Aber die Chance auf eine, so gesehen, internationale Fotoausstellung, bekommt man nicht alle Tage.

Ein weiterer Höhepunkt für unsere Fotogruppe war die überraschende Möglichkeit unsere Stadt mal aus der Vogelperspektive betrachten zu können. Wir durften für eine halbe Stunde vom Plateau des Punkthochhauses über die Dächer von Gera blicken. Dieser Ausflug war ein Dankeschön der GWB Elstertal für die gelungene Ausstellung zu “ 60. JAHRE BIEBLACHER HANG“ und da dieser Blick nur wenigen Geraern möglich ist, haben wir uns riesig gefreut dort oben fotografieren zu können.

Über den Dächern Gera-Fotografie Silvia Bürger-Bild 2

Über den Dächern Gera-Fotografie Silvia Bürger-Bild 1

Leider ist eine halbe Stunde nicht viel, wenn man so das erste Mal über all die Häusern blickt.  Man kann nur schnell ein paar Schnappschüsse machen. Aber man sieht durch diese ungewöhnliche Perspektive gut, das unser Gera doch in ziemlich viel Grün eingebettet wird. Etwas, das man zu ebener Erde schnell vergisst. 

Über den Dächern Gera-Fotografie Silvia Bürger-Bild 3

Über den Dächern Gera-Fotografie Silvia Bürger-Bild 4

Aber wir waren 2018 als Fotogruppe nicht nur obenauf, sondern wir hatten uns auch sehr vertieft. In die Portrait-Fotografie zum Beispiel, was uns wieder mit dem Fotografen Matthias Hellebrandt verband. Er gab uns in seinem Studio einen sehr speziellen Workshop für Portrait-Fotografie. Wir haben viel experimentiert und ausprobiert, und wir erhielten viele nützliche Ratschläge.  Und ganz anders als bei unserer ersten Zusammenarbeit mit Hellebrandt, gab es an diesem Abend erhitzte Köpfe statt erfrorene Finger.  

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Hier ein Bild vom Meister Hellebrandt persönlich. Wir haben bei ihm viel über das Blitzen und spezielle Lichtführung gelernt und uns beim Ausprobieren der Tipps auch nicht immer allzu ernst genommen. Der Fundus an Requisiten war im Studio Hellebrandt schier unerschöpflich und für uns sehr verlockend. 

Fotofreunde Bieblach -Fotografie Silvia Bürger

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Ich würde euch gern weitere Ergebnisse des Portraitworkshops, und auch noch mehr zum Thema Lichtmalerei zeigen.Per Link zur Facebookseite der Fotogruppe verweisen, doch das ist seit der neuen DSGVO nicht mehr möglich. Die DSGVO, auch das war ein sehr einschneidenes Ereignis 2018 für mich.Denn „Dank“ dieser Datenschutzgrundverordnung bleibt die Seite der Fotogruppe geschlossen,  wie auch meine Fotoseite und die Holzbilderseite bei Facebook und noch viele, viele andere.

Und damit wäre ich bei einem Stichpunkt, den ich gern von meiner Erinnerungsliste streichen würde. Die DSGVO hat mich zu Beginn des letzten Jahres fotografisch ziemlich aus dem Rennen geworfen. Okay, ihr werdet jetzt auf Grund der vielen Aktivitäten die ich hier aufgeführt habe fragen: Aus dem Rennen geworfen? Wann denn???

Und ehrlich gesagt, ich frage mich das jetzt auch, aber in den langen Wochen, voller Unsicherheit und hunderten von Fragen vor der endgültigen Durchsetzung der DSGVO, kam es mir ewig vor. Ich war wie gelähmt. Viele Fotos blieben unveröffentlich und bleiben es auch weiterhin,leider.  Eine Fotogeschichte über den Besuch vom Schloss Belverde in Weimar bleibt ungeschrieben und auch eine über den Besuch im EGA-Park Erfurt. Überall sind Menschen auf den Fotos, die ich nicht um Erlaubnis nach Veröffentlichung gefragt habe.

Um so schöner ist es, das ich die ausdrückliche Erlaubnis habe euch hier ein paar Fotos von dem Shooting mit Mutter und Sohn zeigen zu dürfen.

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Da gab es so manchen Überraschungsmoment und es war lustig auf beiden Seiten, vor und hinter der Kamera. 

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Das sind zwei die sich mögen und gut verstehen, auch wenn sie nicht immer einer Meinung sind, Mutter und Sohn eben, und obwohl der junge Mann so gar keinen Bock auf Shooting hatte. Ist ja auch uncool mit Mama vor der Kamera….ich verstehe das.

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Und wenn ich das jetzt alles so in dieser geballter Form vor mir sehe und lese, dann wird mir bewusst, das mein  Jahrbuch 2018 doch reichlich gefüllt war. Mit vielen, ganz unterschiedlichen Aktivitäten. Und es erklärt euch vielleicht auch, warum es im letzten Jahr ein paar Fotogeschichten weniger gab. Denn das Fotografieren ist die eine Seite, aber das Bearbeiten, Archivieren und die Aufbereitung für die Kunden beansprucht noch einmal sehr viel Zeit.  Aber ich habe jede Minute des Fotografierens genossen, die aufregenden bei den Hochzeiten und die sanften, leisen bei den kleinen Babys.

Jahresrückblick-2018-Fotografie Silvia Bürger

Und nicht zu vergessen, zwischen all vielen Erlebnissen gab es ja noch viele, viele  Holzbilder,  meine geliebte Familie und meinen Garten, mit meinen Blümchen, wenngleich die auch nur eine kleine Rolle im alten Jahr gespielt haben, und das auch nur als Beiwerk. 

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Ich kann mein altes Buch 2018 also mit einem Lächeln schließen.  Es war bunt, verrückt und spannend und ich freue mich darauf das neue Buch wieder mit vielen schönen Erlebnissen füllen zu können.

Ich sage deshalb fröhlich: „Hallo neues Jahr!“ , ich freu mich auf dich und auf euch als Leser und auf alle Freunde von Holz mit Herz.

Mit den besten Wünschen für das neue Jahr

silvia bürger-fotografie

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2 thoughts on “Hallo neues Jahr

  1. Cornelia Sachs says:

    Liebe Silvia,
    ich bin nach längerer Pause mal wieder auf Deiner Seite gelandet.
    Vielen Dank für Deinen Jahresrückblick und Nordseespritzer 1 und 2! Ich freu mich schon auf Teil 3…

    Es macht einfach Spaß, Deine Zeilen zu lesen und die Bilder zu bewundern. Du machst es mir ganz leicht, Deinen Gedanken und Gefühlen zu folgen und mich neugierig auf Neues zu machen.

    Ich wünsche Dir viele neue Aufträge mit tollen Herausforderungen, viele schöne Erlebnisse und Erfahrungen, an denen Du uns über Deinen Blogg teilhaben läßt.
    Liebe Grüße
    Conny

    • Silvia Bürger says:

      Liebe Conny, vielen lieben Dank für deine Zeilen. Es freut mich sehr, das dir die letzten Gesichten und auch der Jahresrückblick gefallen haben. Und es ist schön zu lesen, das du meinen Gedanken folgen konntest, denn so soll es sein, man soll die Gechsichten nachempfinden und beim Lesen miterleben können. Dann habe ich alles richtig gemacht.
      Ich sende dir liebe Grüße zurück
      Silvia

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